... Bildung ist unser Ziel!

Login

Hier erfolgt die Anmeldung zum internen Bereich der Website des KGR.

Berechtigte Personen erhalten ihre Zugangsdaten in der Schule.

Kreisgymnasium Riedlingen

Ziegelhüttenstraße 45
88499 Riedlingen

Schulleiter: Georg Knapp, Oberstudiendirektor
Stellv. Schulleiter: Anton Hepp, Studiendirektor

Sekretariat: KONTAKT

Tel: 07351 527900    Fax: 07351 527905

Unterstufenorchester

Das Unterstufenorchester trifft sich wieder am 24. Januar.


Schulorchester

Nächste Probe ist am Mittwoch, den 24. Januar.
Beginn: 13.30 Uhr!!!


Griechisch am Kreisgymnasium Riedlingen

Verfasserin Marion Wiese (unterrichtet am KGR Latein und Spanisch und leitet die Griechisch-AG)

Griechisch-1

Xaißrete, vQ majhtaiß. Übersetzt etwa „Seid gegrüßt, ihr Lernenden!(Hermes-Statue, Quelle private Bilder)


1. „Zukunft braucht Herkunft“

In unserer modernen Mediengesellschaft mit ihren unerschöpflich scheinenden Informations- und Unterhaltungsangeboten erleben wir die Gegenwart immer wieder als Herausforderung – eine rasante Tempobeschleunigung in Berufs- und Privatleben, eine immer kürzere Halbwertszeit von einmal angeeignetem Wissen, immer größere Anforderungen an Flexibilität und lebenslanges Lernen des Einzelnen. Gefragt ist vor allem bei jungen Menschen die Fähigkeit, sich aus eigener Kraft in der Überfülle der Angebote zurechtzufinden, sich zu orientieren. Dazu muss man erst einmal seinen eigenen Platz in dieser Welt, einen eigenen Standpunkt gefunden haben, der einem eine sichere Position für diese Orientierung bietet.
Ein Versuch, im vermeintlichen Chaos unserer Zeit Zusammenhänge herzustellen, die Welt aus ihren Wurzeln heraus zu verstehen, kann die Beschäftigung mit der Geschichte, mit unserer eigenen Kulturtradition sein. Die Wurzeln dafür reichen ins alte Griechenland zurück, wo kluge Männer und Frauen ab ca. 800 v.Chr. den Grundstein unserer heutigen europäischen Kultur legten. Namen wie Homer, Sappho, Sophokles, Sokrates oder Platon sind bis heute unvergessen – um nur eine kleine Auswahl zu treffen. Es entstanden die ersten Werke der Literatur (etwa Homers Epen), Wissenschaften wie Mathematik (wer kennt nicht den Satz des Pythagoras), Astronomie oder Biologie, Geschichtsschreibung und Philosophie. Auch die Grundlagen unserer heutigen Demokratie liegen im antiken Griechenland. Griechisch ist die Sprache des Neuen Testaments, und die Kirchenväter tragen griechisches Gedankengut in sich.
Die Beschäftigung mit der griechischen Kultur, Literatur und Philosophie ist also keine reine Bewahrung althergebrachten Bildungsgutes, sondern eine Begegnung mit unseren ureigensten Wurzeln – und mit uns selbst. Der Weg dazu führt über die griechische Sprache, die es uns ermöglicht, sich ohne oftmals verfremdende Übersetzungen mit den Originaltexten, mit dem Fundament unserer Welt auseinanderzusetzen. Die Erkenntnis tieferer Zusammenhänge und das Gefühl, auf einem festen Grund zu stehen, schaffen genau jene Souveränität und jenes kritische Bewusstsein, das heutzutage so oft gefragt ist, das aber ohne die Beschäftigung mit den Grundfragen der Menschheit auch unendlich schwer vermittelbar ist. 

Griechisch-2

Ein fester Grund – der Poseidontempel in Sounion.(Quelle private Bilder)


2. Was macht den heutigen Griechisch-Unterricht aus

Der Griechisch-Unterricht beschäftigt sich intensiv mit Sprache und Kultur des antiken Griechenland. Die griechische Sprache findet sich in Fremd- und Lehnwörtern in großem Maße im deutschen Wortschatz wieder und ermöglicht dem Griechischlernenden damit eine bewusste Sprachreflexion, eine hohe muttersprachliche Kompetenz und nicht zuletzt die Fähigkeit zum Umgang mit geistes- und naturwissenschaftlicher Terminologie, die Grundlage vieler Studienfächer ist.
Als europäisches Grundlagenfach führt Griechisch in die abendländische Philosophie, die Grundlagen politischer Systeme sowie der bildenden Kunst und Architektur ein.
Die Reflexion über grundsätzliche Fragen in Bezug auf den Menschen, die Gesellschaft, die Natur und die Religion fördern Wertbewusstsein und Verantwortungsbereitschaft, die auch und gerade in unserer Zeit nichts von ihrer Bedeutung verloren haben.

Griechisch-3

Eine grandiose Aussicht bietet sich dem Betrachter in Delphi.(Quelle private Bilder)


3. Die Griechisch-AG am Kreisgymnasium

Riedlingen war lange Jahre ein humanistisches Gymnasium, in dem Griechisch als reguläres Schulfach angeboten wurde. Davon profitiert heute unsere Griechisch-AG, die auf einen reichen Fundus an Schatzstücken der Lektüre zurückgreifen kann. Um zur Lektürefähigkeit zu gelangen, arbeiten wir zunächst mit einem Lehrbuch, das an vielen Schulen verbreitet ist ELLAS (Hellas, hg. Von Fr. Maier, Bamberg 1996, 21998).
In insgesamt drei Jahren erlernen wir die griechische Sprache, beschäftigen uns mit Kunst, Kultur und Mythos. Die AG ist mit drei Wochenstunden angesetzt, die z.T. als „Blockseminare“ abgehalten werden. Ansonsten ist ein Nachmittag pro Woche dem Griechischen gewidmet. Die Lerngruppe setzt sich aus Schülerinnen und Schülern von insgesamt drei Jahrgangsstufen zusammen, beginnend in Klasse 7-9, so dass die ältesten Teilnehmer die AG in der Jahrgangsstufe 1 abschließen.
Gekrönt werden können die Bemühungen mit dem Erwerb des Graecums, das im Abiturszeugnis den Nachweis über die Qualifikation des Lernenden bietet. Falls sich jemand z.B. für ein Lateinstudium interessiert, wäre es eine hochinteressante Option, das Graecum bereits während der Schulzeit zu erwerben. Natürlich hört sich das nach viel Arbeit an, aber es ist durchaus machbar! Ich bin jederzeit für Fragen offen. Auf Wunsch findet sich sicher auch ein Teilnehmer der letzten Griechisch-AG, der einen „Augenzeugen-Bericht“ geben kann.
Im Laufe der drei Jahre werden wir auch die „Originalschauplätze“ Griechenlands auf einer Studienreise in Kooperation mit dem Gymnasium Ehingen entdecken. Diese Reise hat allen Teilnehmern viel Spaß gemacht. Einen Erfahrungsbericht könnt ihr im nächsten Kapitel lesen.

Griechisch-4

Teilnehmer der letzten Studienreise in Sounion. (Quelle private Bilder)


4. Ein unvergessliches Erlebnis – Griechenland selbst entdecken

Ca. alle zwei Jahre zieht es die Griechisch-Klassen von Ehingen in den Südosten Europas, dahin also, wo die Sonne eine Stunde früher aufgeht, und wir hatten die beste Reisezeit für uns, Mitte bis Ende Mai, wenn es schon warm, aber noch nicht zu heiß ist und alles blüht.
19 Schülerinnen und Schüler trafen sich mit Frau Sorger (damals noch Wiese) und Herrn Krischker am Spätnachmittag des 16. Mai 2010 in Ehingen am Bahnhof, um über München, Rosenheim, Kufstein und Bologna endlich Ancona zu erreichen, von wo aus wir die „Cruise Europa“, ein Fährschiff der Minoan Lines, bestiegen, das uns nach Patras in Griechenland bringen sollte.
Für die meisten von uns war es die erste größere Schiffsreise. Zuallererst suchten wir uns einen guten Platz an Deck für unser Lager. Abfahrt war um 17.00 Uhr. Abends gab’s an Deck die ersten Referate zur aktuellen griechischen Musik und dann verkroch sich alles in die improvisierten Schlaflager der Deckpassage. Am Morgen fuhren wir an der Insel Ithaka, der Insel des Odysseus, vorbei und landeten schließlich in Patras, der drittgrößten Stadt Griechenlands, von wo aus uns ein eigener Bus nach Olympia brachte.
Dort streiften wir am nächsten Tag durch die antiken Wettkampfstätten im heiligen Hain des Zeus. Nachmittags ging es weiter mit dem Bus durch Arkadien, die zentrale Landschaft der Peloponnes, nach Osten in unser Quartier für die nächsten Tage, nach Tolo, in der Nähe bei Nafplio. Tolo gefiel allen besonders gut, ein kleiner ehemaliger Fischerort direkt am Meer.
Von Tolo aus besichtigten wir Nafplio, die erste Hauptstadt Griechenlands, mit seinen verwinkelten Gässchen und dem hohen Palamidifelsen mit venezianischer Festung, und fuhren natürlich nach Mykene, der alten Königsburg Agamemnons mit dem Löwentor und nach Epidauros, das durch sein Theater bekannt ist, wo noch immer berühmte antike Tragödien und Komödien aufgeführt werden.

Griechisch-5

Eine Reiseimpression Der Isthmos von Korinth. (Quelle private Bilder)


Damit war die Hälfte unserer Exkursion vorbei und wir kamen nach einem Besuch von Korinth nach Athen, der Hauptstadt, wo über die Hälfte der griechischen Einwohner leben. Entsprechend ausufernd sieht die Stadt auch aus, wenn man von der Akropolis auf sie herabschaut Ein unendliches, weißes, heißes Häusermeer. Athen ist eine Großstadt im wahrsten Sinne des Wortes. Das Programm war dicht und gedrängt in Athen die Plaka (Altstadtviertel mit den vielen Tavernen und Läden), der Areopag (Felsen der alten Gerichtsbarkeit), die Pnyx (Felsen der alten Volksversammlung; „Wiege der Demokratie“), die Agora (altes Stadtzentrum, „Markt“ mit Attalos-Stoa, dem Gefängnis des Sokrates usw.), das Dionysos-Theater (das „Ur-Theater“), die Akropolis mit dem Parthenon-Tempel, das Nationalmuseum und der Syntagmaplatz (Platz der Verfassung mit Parlament und „Grabmal des unbekannten Soldaten“, darunter die archäologische U-Bahn-Station) wollten erst einmal „abgelaufen“ werden.
Ein Höhepunkt war sicherlich auch der Ausflug nach Kap Sounion mit seinem unglaublichen Ausblick. Weiter ging es dann am nächsten Tag über das landschaftlich unbeschreiblich schön gelegene Kloster Osios Lukas (griechisch-orthodox) in die Berge hinauf nach Delphi, der alten Orakelstätte des Gottes Apoll (dort auch ein wunderschön gestaltetes Museum, sehr empfehlenswert!), was für alle zum Schluss noch einmal ein echter Höhepunkt der Reise war.
Die Heimreise war so gemächlich wie die Hinreise, nur dass wir dieses Mal einen kompletten Tag und zwei Nächte auf See hatten, und uns so nach und nach von Griechenland verabschieden konnten. In Venedig erst gingen wir wieder an Land. Griechenland 2010 – für alle ein unvergessliches Erlebnis.

Griechisch-6

Impressionen aus Tolo. (Quelle private Bilder)
Zum Seitenanfang